Dithyrambus

(m., auch Dithyrambe, f., Pl. Dithyramben), Form der gr. Chorlyrik als mehrteiliges, bei den Dionysien kultisch vorgetragenes Chorlied, Hymne zu Ehren von Dionysos, Ursprung des antiken Dramas (vgl. Chorlied).

Elegie

wird definiert (1) formal als ein in elegischen Distichen gefasstes, nicht-epigrammatisches Gedicht (Epigramm); das ›elegische Distichon‹ bezeichnet die Abfolge von Hexameter und Pentameter; bspw.: »Im Hexameter zieht der ästhetische Dudelsack Wind ein; / Im Pentameter drauf läßt er ihn wieder heraus« (Claudius); die Elegie in elegischen Distichen hat sich durch die Bemühungen Klopstocks seit Mitte des 18. Jh.s durchgesetzt; (2) inhaltlich als ›threnetische Elegie‹, Gegenstände der Klage thematisierend, oder als ›erotische Elegie‹, Gegenstände der Liebe thematisierend

Endecasillabo

(m. Pl. Endecasillabi), Elfsilber, gereimter fünfhebiger Jambus mit hyperkatalektischer Endung bzw. weiblicher Kadenz, v.a. in der italienischen Dichtung (Sonett, Stanze, Terzine), Hauptbetonungen auf der 4. oder 6. und immer auf der 10. Silbe, durch (männl. oder weibl., vgl. Kadenz) Zäsur nach der beweglichen Hauptbetonung Zweiteilung des Verses in ungleiche Hälften, ist die 1. Hälfte kurz: Endecasillabo minore, ist sie lang: Endecasillabo maggiore. In dt. Dichtung seit der 2. Hälfte des 18. Jh. (Wieland, Goethe, Heinse, Romantiker). Bsp.: Oh stílle Schaúer, wúnderbáres Schweígen, / wenn heímlich flüsternd sích die Wälder neígen (Eichendorff: Mahnung).

 

Endreim

Reim am Ende zweier oder mehrerer Verse, Bsp.: Das Schiff geborsten. Das Feuer verschwelt. / Gerettet alle. Nur einer fehlt. (Fontane: John Maynard). Vgl. auch Binnenreim, Anfangsreim.

Epanalepse

oder Epanalepsis (f.): rhetorische Figur; Wiederholung eines Wortes oder einer Wortgruppe innerhalb eines Verses oder Satzes, jedoch nicht unmittelbar aufeinander folgend wie bei der Gemination. Beispiel: Und atmete lang und atmete tief (Schiller, Der Taucher).

Epigramm

als (gr.) ›Aufschrift‹ (in Versrede) bereits in der Antike auf Grabmälern und auch Gefäßen, Waffen etc. zu finden; die Zweigliedrigkeit des Epigramms, speziell im
elegischen Distichon (Elegie), bietet die Möglichkeit einer antithetischen Strukturierung; die Pointiertheit und Kürze des Epigramms lässt es zu einer bevorzugten Gattung satirischer Dichtung werden (Xenien)

Epos

griech. ›Wort‹, ›Erzählung‹; narrative Großform in Versen

 

Erhabene, das

komplexer Begriff aus der Dichtungstheorie; Gegenbegriff zum ›Schönen‹, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts in der europäischen Ästhetik wichtig geworden ist

Exodos

(f.), a) Auszugslied des Chors im griechischen Dithyrambus und im antiken Drama (vgl. Chorlied); b) nach Aristoteles schließlich der gesamte, auf das letzte Stasimon folgende Schlussteil des antiken Dramas mit der Lösung oder Katastrophe.

Freie Rhythmen

ungereimte Verse ohne durchgehende Vers- und Strophenmaße, jedoch an antiken Verselementen orientiert; Freie Rhythmen (in der dt. Dichtung seit Klopstock,
insbesondere zwischen Mitte des 18. und Mitte des 19. Jh.s) zeichnen sich bedingt durch ihre antiken Anleihen durch einen hohen Stil aus und unterscheiden sich somit von den prosa- näheren ›Freien Versen‹ (seit Anfang des 20. Jh.s)