Postmodernes Denken

Bezeichnet ›Postmoderne‹ eine Stil-Epoche, dann kann ›Poststrukturalismus‹ zum Sammelnamen für alle – durchaus divergierenden – Theoriebildungen dienen, die über ihren Bezug zur ›Dekonstruktion‹ (als Praxis der philosophischen Reflexion wie der künstlerischen Produktion) die postmoderne Ästhetik in ihren Besonderheiten motivieren. Dass es sich bei den Vordenkern von Poststrukturalismus bzw. Dekonstruktion zumeist um Angehörige der intellektuellen Elite-Institutionen in Paris handelt, dürfte sich entscheidend daraus erklären, dass namentlich Jacques Derrida und Michel Foucault schon vor den Unruhen des Pariser ›Mai 1968‹ begonnen haben, dem dominanten ›Freudo-Marxismus‹ bis dato verpönte Philosophen deutscher Provenienz entgegenzuhalten. In erster Linie hat das geheißen, das neue Denken an die Koppelung von Sprachreflexion und Subjekt-Kritik bei Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger anzuschließen.[1]

 

[1] Vgl. Foucault, Michel: Strukturalismus und Poststrukturalismus. Gespräch mit G. Raulet [1983]. In: Foucault, Michel: Schriften in vier Bänden. / Dits et Ecrits. Band IV: 1980-1988. Herausgegeben von Daniel Defert und François Ewald unter Mitarbeit von Jacques Lagrange. Aus dem Französischen von Michael Bischoff, Ulrike Bokelmann, Hans-Dieter Gondek, Hermann Kocyba und Jürgen Schröder. Frankfurt/M. 2005, S. 521-555, hier S. 525-528 / Foucault, Michel: Structuralisme et poststructuralisme. Entretien avec G. Raulet. In: Foucault, Michel: Dits et écrits. 1954-1988. Édition établie sous la direction de Daniel Defert et François Ewald. Tome IV: 1980-1988. Paris 1994, S. 431-457, hier S. 433-437.

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